KI als Designmedium?
Eine kritische Betrachtung der KI-bedingten Bildgenerierung im Produktdesign (2025)
Dieser Artikel von Daniel Grünkranz von FORM SOCIETY reflektiert den Einsatz von bildgenerierenden KI-Systemen im Produktdesign. Diese verändern nicht nur die ästhetischen Eindrücke von Entwurfsdarstellungen, sondern greifen tief in den gestalterischen Prozess ein und schaffen neue Erfahrungen in der Designpraxis. Diese Analyse basiert auf Erfahrungen, welche Studierende des Lehrgangs Produktdesign an der NDU New Design University St. Pölten bei der gezielten Nutzung von KI-Systemen im Designprozess gemacht haben. Dabei wurden zentrale Spannungsfelder zwischen maschineller Bildproduktion und der Arbeit von Designenden deutlich. Die Untersuchung geht der Frage nach, ob und wie bei KI-generierten Bildern die Kompetenz zum Vermitteln von bewussten Designentscheidungen überhaupt gegeben ist.
Im Fokus stehen dabei fünf Aspekte: die Geschlossenheit von KI-System, die schwierige Kontrollierbarkeit von Bildkompositionen, die nicht mögliche Reproduzierbarkeit von Bildergebnissen, die Überästhetisierung von Bildern, und die Schwierigkeit, Sinnhaftes in Bilder zu übersetzen. Ausgehend von ihrer Konditionierung neigen KI-Bildgeneratoren dazu, eigenen ästhetischen Standards zu folgen und visuelle Extreme und gestalterischen Übertreibungen zu erzeugen. Trotz Intransparenz der Bilderzeugung und Zufälligkeit der Bildergebnisse können sich KI-Bildgeneratoren im Designprozess als Inspirationsquelle etablieren, sie stellen jedoch grundlegende Herausforderungen an die Gestaltungslogik, das Verständnis für Kontexte und die bildbasierte Kommunikation im Design.
Der vollständige Artikel ist erschienen in:
Grabbe, Lars C. (Hg). 2025. Designforschung und KI. Ästhetische Transformation im Zeitalter artifizieller Systeme. Wiesbaden: Springer
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